Wer Kleidung selber näht, ändern lässt oder nach Maß anfertigen lässt, braucht genaue Körpermaße. Die Maße entscheiden darüber, ob ein Schnittmuster passt, wie viel Stoff benötigt wird und ob das fertige Kleidungsstück gut sitzt. Diese Seite erklärt Schritt für Schritt, wie alle wichtigen Körpermaße richtig genommen werden – für Damen, Herren und Kinder.
Wichtig: Das Maßband immer waagerecht halten und nicht zu fest anziehen – es soll flach am Körper anliegen, aber nicht einschnüren. Ein Finger Abstand als Kontrolle ist hilfreich.
Das Maßband wird unter den Armen um den vollsten Teil der Brust gelegt – bei Damen um die Brustspitzen, bei Herren um die Brustmitte. Das Band muss vorne und hinten waagerecht liegen und darf hinten nicht hochrutschen. Dies ist das wichtigste Maß für Blusen, Jacken, Mäntel und Kleider.
Gemessen wird um die schmalste Stelle der Taille – das ist meist etwas oberhalb des Bauchnabels. Das Maßband waagerecht halten. Wer keine ausgeprägte Taille hat, misst dort, wo die Taille des gewünschten Kleidungsstücks sitzen soll. Dieses Maß ist wichtig für Röcke, Hosen, Kleider und taillierte Oberteile.
Gemessen um die vollste Stelle der Hüfte – das ist meist 18–20 cm unterhalb der Taille. Das Maßband muss vollständig waagerecht liegen, also auch über das Gesäß. Wichtig für Röcke, Hosen und Kleider.
Gemessen vom höchsten Punkt der Schulter senkrecht bis zur Brustspitze. Dieses Maß ist besonders wichtig für Schnittmuster mit Brustabnähern und für das Anpassen von Blusen und Kleidermieder.
Gemessen vom höchsten Punkt der Schulter über die Brustspitze bis zur Taillennaht vorne. Dieses Maß bestimmt, wie das Vorderteil eines Kleides oder einer Bluse in der Länge angepasst werden muss.
Gemessen vom untersten Halswirbel (der Knochen, der beim Vorbeugen des Kopfes am stärksten hervortritt) gerade nach unten bis zur Taille. Dies ist das Grundmaß für alle Oberbekleidung und bestimmt die Länge des Rückenteils.
Gemessen vom Ansatz des Halses (seitlich) bis zur Mitte der Schulter am äußersten Punkt – also bis dorthin, wo der Arm ansetzt. Dieses Maß ist entscheidend für den Schultersitz von Jacken, Mänteln und Sakkos. Eine korrekte Schulterbreite lässt sich nicht durch Änderungen ausgleichen – sie muss von Anfang an stimmen.
Der Arm wird leicht angewinkelt gehalten. Gemessen wird von der Mitte der Schulter (Armkugelspitze) über den Ellenbogen bis zum Handgelenk. Bei Hemden und Sakkos mit Manschette endet das Maß am Handgelenk, bei Ärmeln ohne Manschette je nach gewünschter Länge. Wer sehr lange oder kurze Arme hat, sollte dieses Maß immer angeben – es weicht oft erheblich von Standardgrößen ab.
Gemessen um die stärkste Stelle des Oberarms. Wichtig für alle eng anliegenden Ärmel und für das Anpassen von Jacken und Blusen. Wird oft vergessen, ist aber entscheidend für den Tragekomfort – ein zu enger Ärmel schränkt die Bewegungsfreiheit stark ein.
Gemessen um das Handgelenk. Relevant für Hemden und Blusen mit Manschette sowie für enge Ärmelabschlüsse.
Wie oben beschrieben – gemessen um die schmalste Stelle der Taille. Bei Hosen mit tiefem Bund wird zusätzlich der Umfang an der Stelle gemessen, wo der Bund tatsächlich sitzen soll.
Wie oben beschrieben. Bei Hosen ist außerdem der Abstand zwischen Taillenband und der vollsten Hüftstelle wichtig – dieser bestimmt, wo der Schritt beginnen muss.
Die Innennahtlänge wird von der Schrittnaht (zwischen den Beinen) bis zum unteren Saum gemessen. Am einfachsten geht das mit einer gut sitzenden Hose: die Hose anziehen und von der Schrittnaht bis zum Saum messen. Alternativ: an der Innenseite des Beins vom Schritt bis zum Knöchel messen. Das Maßband möglichst gerade halten.
Gemessen von der Taille seitlich am Bein entlang bis zum gewünschten Saum – also bis zum Knöchel, bis zur Wade oder bis zum Knie, je nach Hose oder Rock. Dieses Maß ist einfacher alleine zu nehmen als die Innennahtlänge.
Dieses Maß bestimmt, wie tief der Schritt einer Hose sitzt. Gemessen wird im Sitzen: vom Taillenband senkrecht bis zur Sitzfläche. Ein zu kurzer Schritt drückt, ein zu langer hängt durch. Besonders wichtig für maßgeschneiderte Hosen und Schnittmusteranpassungen.
Für engere Hosen und Röcke werden zusätzlich der Umfang am Knie und am Knöchel gemessen – um sicherzustellen, dass die Hose sich auch anziehen lässt und ausreichend Bewegungsfreiheit bietet.
Die Körpergröße wird aufrecht stehend ohne Schuhe gemessen. Sie ist die Grundlage für alle Schnittmustergrößen und die erste Angabe beim Kauf von Schnittmustern.
Gemessen vom höchsten Punkt der Schulter bis zur Taille. Wichtig für alle Oberteile und Kleidermieder.
Gemessen von der Taille bis zum gewünschten Saum – mini (ca. 40–50 cm), kniekurz (ca. 55–60 cm), knielang (bis zum Knie), midi (ca. 80–90 cm), maxi (bis zum Knöchel). Immer in aufrechter Haltung und mit den Schuhen messen, die zum Kleidungsstück getragen werden sollen – Absatzhöhe hat erheblichen Einfluss.
Gemessen von der Taille seitlich bis zum gewünschten Saum. Auch hier immer mit den passenden Schuhen messen.
Bei Herren kommen für Hemden und Sakkos folgende Maße hinzu:
Bei Kindern gilt grundsätzlich dasselbe Vorgehen wie bei Erwachsenen. Besonderheiten:
Körpermaße und Schnittmaße sind nicht dasselbe. Zum Körpermaß kommt immer die Bewegungszugabe (wie viel Spielraum das Kleidungsstück haben soll) und die Nahtzugabe hinzu. Als grobe Orientierung:
Für den Stoffbedarf gilt: Schnittmusterlänge + Saum- und Nahtzugaben + ggf. Rapport (Musterpause bei gemusterten Stoffen). Die meisten Schnittmuster geben den Stoffbedarf direkt an.
Wie messe ich die Oberweite richtig?
Das Maßband wird unter den Armen und um den vollsten Teil der Brust geführt. Es liegt vorne und hinten waagerecht – hinten darf es nicht hochrutschen. Der Wert wird in Zentimetern abgelesen, das Maßband liegt eng, aber ohne Zug am Körper an.
Wo liegt die Taille beim Maßnehmen?
Die Taille ist die schmalste Stelle des Rumpfes – in der Regel einige Zentimeter oberhalb des Bauchnabels. Das Maßband waagerecht anlegen und ebenfalls ohne Zug messen. Bei der Konfektionsgröße entspricht die Taillenweite dem zweiten Maß nach der Oberweite.
Wie messe ich die Hüfte für eine Hose oder einen Rock?
Das Maßband wird um die vollste Stelle der Hüfte geführt – das ist in der Regel ca. 18–20 cm unterhalb der Taille. Maßband waagerecht halten und den Wert ohne Zug ablesen. Dieses Maß ist besonders wichtig für Hosen, Röcke und Kleider.
Was ist die Schrittlänge und wie wird sie gemessen?
Die Schrittlänge (Innennaht) wird von der Schrittnaht bis zum unteren Saum gemessen – am einfachsten an einer gut sitzenden Hose. Alternativ: von der Schritt-Mitte des Körpers gerade am Bein entlang bis zum Knöchel. Das Maßband möglichst gerade halten.
Was ist der Unterschied zwischen Rückenlänge und vorderer Taillenlänge?
Die Rückenlänge wird vom untersten Halsansatz (7. Halswirbel) senkrecht bis zur Taille gemessen. Die vordere Taillenlänge geht von der höchsten Stelle der Schulter über die Brust bis zur Taille. Beide Maße sind für Blusen, Kleider und Jacken relevant – die vordere Taillenlänge fällt bei starker Brust oft länger aus als die hintere.
Wie viel Zugabe rechnet man beim Schneidern auf die Körpermaße?
Das hängt vom Kleidungsstück und Stoff ab. Als Richtwert: bei eng anliegender Bekleidung 2–4 cm Bewegungszugabe, bei normaler Passform 6–10 cm an Oberweite und Hüfte. Stretch-Stoffe wie Jerseystoffe oder Stretchstoffe benötigen weniger Zugabe als gewebte Stoffe wie Blusenstoffe oder Popeline.
Welche Maße brauche ich für eine Hose?
Für eine Hose sind mindestens vier Maße nötig: Taillenweite, Hüftweite, Schrittlänge (Innennaht) und Beinlänge gesamt. Ergänzend hilfreich: Oberschenkelweite und Knieweite, besonders bei eng geschnittenen Hosen oder Jeans.
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