Ob Baumwolle, Wolle, Leinen oder Polyester – die Faser, aus der ein Stoff besteht, bestimmt sein Verhalten beim Waschen, Bügeln, Tragen und Verarbeiten. Wer Stoffe kauft und verarbeitet, profitiert davon zu wissen, woraus sie bestehen. Diese Seite gibt einen Überblick über alle wichtigen Faserarten und ihre Eigenschaften in der Praxis.
Naturfasern stammen aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Quellen. Sie sind atmungsaktiv, hautfreundlich und für viele Menschen angenehmer zu tragen als synthetische Fasern – haben aber auch spezifische Pflegeanforderungen.
Baumwolle ist die weltweit meistverwendete Naturfaser und stammt aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze. Sie ist weich, hautfreundlich, atmungsaktiv und sehr strapazierfähig. Baumwolle nimmt Feuchtigkeit gut auf und lässt sich bei hohen Temperaturen waschen – kochecht bis 95 °C. Nachteil: Sie kann beim Waschen einlaufen und neigt zum Knittern. Bei Folhoffer finden Sie Baumwollstoffe in vielen Qualitäten und Farben sowie Baumwollbänder.
Kapok stammt aus den Samenhaaren des Kapokbaums und ist eine der leichtesten Naturfasern überhaupt. Sie wird vor allem als Füllmaterial für Kissen, Matratzen und Schwimmwesten eingesetzt. Kapok ist hypoallergen und von Natur aus wasserabweisend.
Leinen wird aus den Stängelfasern der Flachspflanze gewonnen. Es ist besonders fest, feuchtigkeitsregulierend und kühlend – ideal für Sommerkleidung. Leinen knittert stark, wird aber mit der Zeit weicher und anschmiegsamer. Es lässt sich gut bügeln und ist bis 40–60 °C waschbar. Bei Folhoffer finden Sie Leinenstoffe für Kleider, Röcke und Hemden.
Hanf ist eine der ältesten Naturfasern – strapazierfähig, reißfest und von Natur aus antibakteriell. Hanfstoffe werden für Taschen, Heimtextilien und robuste Bekleidung eingesetzt. Hanf wächst schnell und benötigt kaum Pestizide – ökologisch interessant.
Jute wird aus der Jutepflanze gewonnen und ist vor allem für Säcke, Teppiche und Verpackungsmaterialien bekannt. Im Bekleidungsbereich wird Jute für dekorative Anwendungen und Taschen eingesetzt. Bei Folhoffer finden Sie Jutestoffe.
Ramie wird aus der Ramiepflanze gewonnen und ist eine der festesten Naturfasern überhaupt – reißfester als Baumwolle und Leinen. Die Faser hat einen natürlichen Seidenglanz und wird häufig mit anderen Fasern gemischt. Ramie ist in Asien und Südamerika weit verbreitet.
Sisal wird aus den Blättern der Sisalpflanze gewonnen. Die Faser ist sehr fest und strapazierfähig und wird vor allem für Seile, Teppiche und andere technische Textilprodukte eingesetzt. Sisal wird hauptsächlich in tropischen Ländern angebaut.
Kokosfasern werden aus den Schalen der Kokosnuss gewonnen. Sie sind sehr fest, witterungsbeständig und werden für Seile, Matten, Dämmmaterialien und Polsterungen eingesetzt. Kokosfasern werden hauptsächlich in tropischen Ländern produziert.
Schafwolle ist die bekannteste tierische Faser – wärmend, elastisch, feuchtigkeitsregulierend und von Natur aus schmutzabweisend. Wolle kann bei falscher Pflege einlaufen und verfilzen – Handwäsche oder Wollprogramm bei max. 30 °C empfohlen. Bei Folhoffer finden Sie Wollstoffe für Jacken, Mäntel und Kostüme sowie Trachtenstoffe. Für die Verarbeitung empfiehlt sich eine passende Gewebeeinlage sowie Plack für Sakkos und Mäntel.
Mohair stammt von der Angoraziege und zeichnet sich durch seinen charakteristischen Glanz und Flausch aus. Es ist leicht, wärmend und wird für Strickwaren und Schals eingesetzt. Kaschmir stammt aus dem Unterfell der Kaschmirziege und ist eine der wertvollsten Textilfasern der Welt – außergewöhnlich weich, leicht und wärmend. Beide erfordern besonders schonende Pflege.
Alpakawolle ist besonders weich, wärmend und hypoallergen – ideal für Menschen mit Wollunverträglichkeit, da Alpakafaser kein Lanolin enthält. Lamawolle ist etwas gröber und sehr strapazierfähig. Vikunjawolle ist die feinste und seltenste dieser Fasern und zählt zu den teuersten Textilfasern der Welt.
Kamelhaar wird vom Kamel gewonnen und ist sehr wärmend bei gleichzeitig geringem Gewicht. Es wird für hochwertige Mäntel, Schals und Decken eingesetzt und hauptsächlich in trockenen Regionen produziert.
Angorafaser stammt vom Angorahasen und ist außergewöhnlich fein, leicht und flauschig. Sie wird oft mit anderen Fasern gemischt, da sie alleine sehr glatt ist und leicht Fusseln bildet. Häufig in Mischgeweben mit Wolle oder Acryl zu finden.
Rosshaar wird aus der Mähne und dem Schweif von Pferden gewonnen. Es ist sehr fest, elastisch und formstabil und wird als Einlagematerial in Sakkos und Mänteln (z. B. in Plack-Einlagen) sowie als Polstermaterial und für Bürsten und Pinsel verwendet. Rosshaar gibt Kleidungsstücken die charakteristische Federelastizität der klassischen Schneiderei.
Maulbeerseide ist die am meisten produzierte Seidenart und wird von der Seidenraupe der Maulbeere erzeugt. Die Faser ist außergewöhnlich glatt, glänzend, leicht und temperaturregulierend. Seide ist empfindlich gegenüber Hitze, Schweiß und mechanischer Beanspruchung – nur Handwäsche oder chemische Reinigung. Bei Folhoffer finden Sie Satinstoffe mit seidenähnlichem Griff.
Tussahseide wird von wildlebenden Seidenraupen produziert und hat eine rauere, weniger gleichmäßige Struktur als Maulbeerseide. Sie wird für natürlichere, rustikalere Stoffe mit charakteristischer Optik eingesetzt.
Asbest ist eine mineralische Naturfaser mit sehr hoher Hitzebeständigkeit. Sie wurde früher in der Bauindustrie und für technische Isolierungen eingesetzt. In Deutschland und der EU ist die Verwendung von Asbest seit 1993 vollständig verboten, da eingeatmete Asbestfasern Lungenkrebs und andere schwere Krankheiten verursachen können.
Chemiefasern werden industriell hergestellt – entweder aus natürlichen Rohstoffen (naturbasierte Chemiefasern) oder vollständig aus synthetischen organischen Polymeren. Sie bieten gezielte technische Eigenschaften wie Reißfestigkeit, Elastizität oder Pflegeleichtigkeit.
Viskose wird aus Holzzellulose gewonnen und fühlt sich ähnlich wie Baumwolle an – weich, fließend, atmungsaktiv. Viskose nimmt Feuchtigkeit gut auf, wird aber nass sehr schwach und kann leicht einlaufen. Häufig in Blusenstoffen und Futterstoffen verwendet.
Modal ist eine Weiterentwicklung der Viskose aus Buchenholz-Zellulose. Es ist weicher und widerstandsfähiger als normale Viskose, besonders hautfreundlich und formstabil. Modal wird häufig in Unterwäsche, Jerseystoffen und Heimtextilien eingesetzt.
Lyocell (Markenname: Tencel) wird in einem geschlossenen Kreislaufverfahren aus Holzzellulose hergestellt – besonders umweltschonend. Die Faser ist weich, atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und biologisch abbaubar. Bei Folhoffer finden Sie Lyocell-Stoffe.
Cupro wird aus kurzen Baumwollfasern (Linters) gewonnen und hat einen seidenartigen Glanz und Griff. Es wird häufig als Futterstoff in Jacken und Mänteln eingesetzt, da es sich angenehm auf der Haut anfühlt und antistatisch wirkt.
Acetat wird aus Zellulose gewonnen und hat einen charakteristischen Seidenglanz. Es wird häufig in Futterstoffen eingesetzt. Acetat ist empfindlich gegenüber Hitze – beim Bügeln immer niedrige Temperatur wählen.
Naturkautschuk wird aus dem Milchsaft des Kautschukbaums gewonnen und ist die Basis für elastische Gummifäden und -bänder. In der Textilverarbeitung wird er in Gummibändern eingesetzt. Bei Folhoffer finden Sie Gummibänder in vielen Breiten.
Kaseinfaser wird aus Milcheiweiß (Kasein) gewonnen. Sie ist sehr weich und hautfreundlich und wurde früher als Wollersatz verwendet. Heute spielt sie in der Textilindustrie kaum noch eine Rolle, erlebt aber als nachhaltige Naturfaser ein gewisses Comeback.
Glasfasern werden aus geschmolzenem Glas gesponnen und sind nicht brennbar, hitzebeständig und chemisch sehr beständig. In der Textilindustrie werden Glasfasern für technische Textilien, Isolierungen und feuerfeste Bekleidung eingesetzt – nicht für normale Bekleidung.
Metallfasern (z. B. aus Edelstahl oder Aluminium) werden in technischen Textilien, antistatischen Geweben und dekorativen Stoffen wie Lurex eingesetzt. Bei Folhoffer finden Sie Lurexbänder mit Metallfaseranteil.
Polyester ist die meistverwendete synthetische Faser weltweit – reißfest, formstabil, pflegeleicht und schnelltrocknend. Polyester nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Wird in nahezu allen Textilbereichen eingesetzt: Outdoorbekleidung, Fleece, Futterstoffe und ist das meistverwendete Material für Nähgarne.
Polyamid ist besonders abriebfest und reißfest – häufig in Strumpfhosen, Badebekleidung, Outdoorstoffen und technischen Textilien eingesetzt. Polyamid trocknet schnell und ist sehr elastisch.
Acryl ist ein synthetischer Wollersatz – weich, leicht, wärmend und pflegeleicht. Häufig in Strickwaren, Decken und als Mischfaser mit Wolle eingesetzt. Acryl ist günstiger als Wolle, aber weniger atmungsaktiv und kann schneller Pillen bilden.
Modacryl ist ein Mischpolymerisat auf Acrylbasis mit veränderten Eigenschaften – vor allem schwer entflammbar. Es wird für schwer entflammbare Textilien, Teddyfell-Imitate und technische Anwendungen eingesetzt.
Elasthan ist eine hochelastische Synthesefaser, die in geringen Anteilen (meist 2–10 %) anderen Fasern beigemischt wird, um Stoffe dehnbar zu machen. Fast alle Stretchstoffe, Sportswear und Jerseystoffe enthalten Elasthan. Beim Nähen empfiehlt sich eine Stretch-Nähmaschinennadel.
Polyolefinfasern sind sehr leicht, feuchtigkeitsabweisend und schnelltrocknend. Polypropylen wird in Sportunterwäsche, Schlafsäcken und technischen Textilien eingesetzt. Beide Fasern sind nicht hitzestabil – beim Waschen und Bügeln immer niedrige Temperaturen verwenden.
PVC-Fasern sind chemisch sehr beständig und werden für technische Textilien und Schutzkleidung eingesetzt. Polyvinylidenchlorid (PVDC) hat ähnliche Eigenschaften und wird unter anderem für Filtergewebe und chemisch belastete Umgebungen verwendet.
In der Praxis sind viele Stoffe Mischgewebe – eine Kombination aus zwei oder mehr Faserarten, die die Vorteile beider Fasern vereint. Häufige Beispiele: Baumwolle/Polyester (knittert weniger als reine Baumwolle, atmungsaktiver als reines Polyester), Wolle/Polyamid (wärmend und abriebfest), Baumwolle/Elasthan (formstabil und dehnbar). Die genaue Faserzusammensetzung ist auf dem Pflegeetikett angegeben – in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.
Für die Wahl des richtigen Nähgarns gilt: Gleiche oder ähnliche Fasern zusammennähen gibt die besten Ergebnisse beim Waschen und Tragen. Die offizielle Kurzbezeichnung aller Fasern finden Sie auf unserer Seite Kürzel für Textilfasern.
Alle Stoffe bei Folhoffer sind nach Faserart und Verwendungszweck sortiert: Baumwollstoffe, Leinenstoffe, Wollstoffe, Jerseystoffe, Stretchstoffe, Futterstoffe, Outdoorstoffe, Fleecestoffe, Lyocell-Stoffe und viele mehr. Das passende Nähgarn, geeignete Nähmaschinennadeln und Einlagestoffe finden Sie ebenfalls im Shop.