Die Stretch-In 9100 ist eine querelastische Gewebeeinlage aus 100 % Polyester mit 22 g/m² – dem geringsten Gewicht aller aufbügelbaren Gewebeeinlagen im Sortiment. Sie ist für Stoffe entwickelt, bei denen selbst eine leichte Einlage den Charakter des Materials verändern würde: Chiffon, Georgette, fein geschlagene Viskose und ähnliche Damenoberstoffe, die ihren Griff und Fall vollständig behalten sollen. Die Querelastizität erlaubt der Einlage, der Dehnung des Oberstoffs nachzugeben, ohne zu reißen oder sich abzulösen.
Die 9100 eignet sich für alle Schnittteile, die an fließenden Damenoberstoffen Formstand benötigen, ohne den Stoff zu beschweren: Kragen, Manschetten, Blenden und Knopfleisten an Blusen und Kleidern aus Chiffon und Organza sowie an feinen Blusenstoffen. Auch für Vorderteile von leichten Jacken und Blousons aus elastischen Qualitäten ist sie geeignet. Wo die schwerere SE6913 mit 33 g/m² oder die elastische Gewebeeinlage mit 30 g/m² bereits zu schwer wären, ist die 9100 die richtige Wahl.
Zuschnitt: In Längsrichtung, dem Fadenlauf des Oberstoffs folgend, fadengerecht zuschneiden. Die Querelastizität soll mit der Hauptdehnrichtung des Stoffs übereinstimmen.
Aufbügeln: Beschichtete Seite nach unten auf die linke Stoffseite legen. Bügeleisen auf ca. 170 °C stellen – ohne Dampf – und jede Stelle 8–12 Sekunden mit Handdruck aufdrücken, nicht schieben. Bei sehr empfindlichen Stoffen zunächst punktweise anfixieren, um Verzug durch Hitze zu vermeiden.
Abkühlzeit: Mindestens 20–30 Minuten flach liegend auskühlen lassen, bevor weiterverarbeitet wird.
Wäsche: 40 °C Normalwaschgang, nicht bleichen, Trockner auf niedriger Stufe möglich. Chemische Reinigung mit P und WS möglich. Pflegeanforderungen des Oberstoffs beachten – bei Chiffon und feiner Viskose gilt oft Handwäsche oder 30 °C Schongang.
Probetest: Bei transparenten und empfindlichen Stoffen vor der Produktion einen Fixierversuch durchführen.
Im Sortiment ist auch die Stretch-In 9110 mit 30 g/m² erhältlich – gleiche Konstruktion und Zusammensetzung, aber etwas mehr Substanz für leichte bis mittelschwere elastische Stoffe. Die 9100 mit 22 g/m² ist die richtige Wahl für die feinsten, leichtesten Oberstoffe; die 9110 für Stoffe mit etwas mehr Körper.
Für Nähprojekte aus Chiffon und feiner Viskose eignen sich als Nähgarn feine synthetische Nähgarne. Nahtbereiche an Vorderteilen lassen sich mit Nahtband sichern. Für nicht-elastische leichte Stoffe wie feine Seide oder Voile ist die Freudenberg CE9011 mit 25 g/m² eine Alternative ohne Elastizität. Eine Übersicht aller Einlagen nach Anwendungsgebiet bietet Einlage nach Anwendungsgebieten.
Was ist der Unterschied zwischen Stretch-In 9100 und 9110?
Beide sind querelastische Gewebeeinlagen aus 100 % Polyester von Helsa, gleiche Konstruktion, gleicher Einsatzbereich. Der einzige Unterschied ist das Gewicht: Die 9100 wiegt 22 g/m² und ist für die feinsten, transparentesten Oberstoffe entwickelt. Die 9110 wiegt 30 g/m² und eignet sich für leichte bis mittelschwere elastische Webwaren, die etwas mehr Stabilität vertragen.
Warum wird die 9100 ohne Dampf gebügelt?
Die Fixierempfehlung des Herstellers sieht trockenes Bügeln bei ca. 170 °C vor. Dampf kann bei dieser extrem leichten Einlage zu ungleichmäßiger Aktivierung der Haftmasse führen oder den empfindlichen Oberstoff beeinträchtigen. Die höhere Temperatur ohne Dampf aktiviert die Beschichtung zuverlässiger als niedrigere Temperaturen mit Dampf.
Für welche Stoffe ist 22 g/m² wirklich notwendig – wann reicht eine 30-g/m²-Einlage?
Die 9100 ist dann die richtige Wahl, wenn der Oberstoff so leicht und fließend ist, dass jedes zusätzliche Gramm Einlage den Fall oder den Griff des Stoffs sichtbar verändert – typisch bei Chiffon, Georgette und sehr fein geschlagenen Viskosegeweben unter ca. 50 g/m². Für leichte Viskoseblusen und vergleichbare Materialien ist die 9110 mit 30 g/m² in der Regel ausreichend.
Kann ich die 9100 auch für Viskose und Acetat verwenden?
Ja. Die Einlage ist ausdrücklich für empfindliche Damenoberstoffe wie Viskose, Acetat und Cupro entwickelt. Bei diesen Materialien vor der Produktion einen Fixierversuch am Reststück empfehlen, da die Reaktion auf 170 °C je nach Stoffqualität variieren kann.



