Die Stretch-In 9120 ist die schwerste Einlage der Helsa Stretch-In-Reihe. Mit 48 g/m² liegt sie über der leichteren 9110 (30 g/m²) und ist für mittelschwere Damen- und Herrenbekleidung ausgelegt, bei der eine stärkere Formstabilisierung gefragt ist – ohne die Elastizität des Oberstoffs vollständig aufzuheben. Die höhere Kettdichte sorgt für ein sauberes, gleichmäßiges Oberflächenbild nach dem Fixieren. Der elastische Schuss mit ausgezeichnetem Rückstellverhalten gibt dem fixierten Schnittteil Formstabilität, die sich beim Tragen nicht verformt und nach Dehnung wieder in die Ausgangslage zurückkehrt.
Die 9120 deckt den mittelschweren Bereich ab, der zwischen der leichten 9110 und nicht-elastischen Gewebefixiereinlagen liegt. An Vorderteilen von Blazern und leichten Jacken aus Stretchstoffen gibt sie dem Schnitt die nötige Formstabilität, ohne die für Strechgewebe typische Beweglichkeit zu blockieren. Für Kragen und Manschetten an Kleidern aus mittelschweren elastischen Kleiderstoffen eignet sie sich ebenso. Da das Produkt explizit für Damen- und Herrenkonfektion vorgesehen ist, lässt es sich auch an Hemden und Herrenjacken aus leicht dehnbaren Qualitäten einsetzen – ein Anwendungsbereich, für den die leichteren 9100 und 9110 zu wenig Substanz haben.
Die drei Stretch-In-Varianten bilden eine Gewichtsskala für unterschiedliche Oberstoffstärken: Die 9100 mit 22 g/m² ist für feinste, transparente Damenoberstoffe. Die 9110 mit 30 g/m² deckt leichte bis mittelschwere Blusenstoffe ab. Die 9120 mit 48 g/m² ist die richtige Wahl, wenn mehr Formstabilisierung gefragt ist – bei mittelschweren Blazer- und Jackengeweben, die gleichzeitig elastisch sind.
Zuschnitt: In Längsrichtung, dem Fadenlauf des Oberstoffs folgend, fadengerecht zuschneiden. Der Schuss mit 14 % Dehnung soll mit der Hauptdehnrichtung des Oberstoffs übereinstimmen.
Aufbügeln: Beschichtete Seite nach unten auf die linke Stoffseite legen. Bügeleisen auf ca. 170 °C stellen – ohne Dampf – und jede Stelle 8–12 Sekunden mit Handdruck aufdrücken, nicht schieben.
Abkühlzeit: Mindestens 20–30 Minuten flach liegend auskühlen lassen, bevor weiterverarbeitet wird.
Wäsche: 40 °C Normalwaschgang, nicht bleichen, Trockner auf niedriger Stufe möglich. Chemische Reinigung mit P und WS möglich.
Zur Nahtabsicherung an Vorderkanten und Reverskanten empfiehlt sich ergänzend Nahtband. Als Futterstoff für Blazer und Jacken steht das Sortiment der Futterstoffe bereit. Für nicht-elastische mittelschwere Stoffe ist die Gewebefixiereinlage 65 g/m² für Sakkos und Mäntel die bessere Wahl. Für synthetische Nähgarne bei elastischen Stoffen steht das synthetische Nähgarn-Sortiment zur Verfügung. Eine Übersicht aller Einlagen nach Anwendungsgebiet bietet Einlage nach Anwendungsgebieten.
Was unterscheidet die 9120 von der 9110?
Beide sind querelastische Gewebeeinlagen von Helsa aus 100 % Polyester für elastische Damenoberstoffe. Der Unterschied liegt im Gewicht und der Zielgruppe: Die 9110 wiegt 30 g/m² und ist für leichte bis mittelschwere Blusenstoffe entwickelt. Die 9120 wiegt 48 g/m², hat eine höhere Kettdichte und ist für mittelschwere Blazer- und Jackengewebe der Damen- und Herrenkonfektion ausgelegt, bei denen mehr Formstabilität gefragt ist.
Was bedeuten die Dehnwerte 8 % und 14 %?
Die Einlage dehnt sich in Kettrichtung (Längsrichtung) um bis zu 8 % und in Schussrichtung (Querrichtung) um bis zu 14 %. Das sind definierte, kontrollierte Dehnwerte – die Einlage gibt der Dehnung des Oberstoffs nach, blockiert sie aber nicht vollständig. Das Rückstellverhalten ist laut Hersteller ausgezeichnet, d. h. die Einlage kehrt nach Dehnung zuverlässig in ihre Ausgangsform zurück.
Kann ich die 9120 auch für Herrenhemden und Herrenjacken verwenden?
Ja, die 9120 ist ausdrücklich für Damen- und Herrenkonfektion vorgesehen. Für klassische Hemden aus Baumwollgewebe ohne Stretchanteil ist die nicht-elastische Klebenessel G700 besser geeignet. Die 9120 kommt dort zum Einsatz, wo der Herrenstoff einen Stretchanteil hat und die Einlage mitdehnen muss.
Warum wird auch die 9120 ohne Dampf gebügelt?
Alle drei Stretch-In-Einlagen von Helsa werden trocken bei ca. 170 °C gebügelt. Dampf kann die Haftmasse ungleichmäßig aktivieren und auf synthetischen oder empfindlichen Stoffen zu Hitzeschäden führen. Die trockene Hitze aktiviert die Punktbeschichtung gleichmäßig und liefert ein sauberes Oberflächenbild.




