Glänzende Oberfläche, matte Rückseite: Dieser Satin aus 100 % Polyester wird durch die Atlasbindung erzeugt, bei der die Fäden weitgehend unverkreuzt auf der Stoffoberseite liegen und dadurch mehr Licht reflektieren als ein Gewebe in Leinwand- oder Köperbindung. In der Textilfachsprache ist dafür auch die Bezeichnung Atlas oder Atlasstoff gebräuchlich. Mit ca. 117 g/m² zählt dieser Glanzsatin zu den leichten Stoffqualitäten. Als Meterware ist er in folgenden Farbfamilien erhältlich: Helle Töne (Weiß, Creme, Hellbeige) · Dunkle Töne (Schwarz, Dunkelbraun, Mittelgrau) · Blautöne (Königsblau, Hellblau) · Grüntöne (Flaschengrün, Hellgrün) · Gelb- und Goldtöne (Gelb, Gold) · Rot- und Violetttöne (Pink, Bordeaux, Lila).
Polyester ist formstabil und läuft im Gegensatz zu Naturfasern beim Waschen kaum ein. Weitere Satinqualitäten in anderen Gewichten und Zusammensetzungen finden Sie unter Satinstoffe.
Als Bekleidungsstoff eignet sich dieser Polyestersatin für Blusen, Kleider, Röcke und ähnliche Schnitte, bei denen der Glanz der Atlasbindung gewünscht ist. Aufgrund des geringen Gewichts und der Einordnung im Sortiment unter Futterstoffe lässt er sich auch als Innenfutter für Jacken, Mäntel oder Kostüme verarbeiten. In der Kostüm- und Theaterschneiderei wird Glanzsatin häufig für Umhänge, Capes und Bühnenkostüme verwendet, ebenso für Faschingskostüme in Karnevalsvereinen und für Schulaufführungen. Im Dekobereich dient der Atlasstoff für Tischdecken, Bühnendekoration oder Wimpel – passende Stoffe dazu finden sich unter Dekostoffe. Im Bastel- und Hobbybereich wird er für Geschenkverpackungen, Applikationen oder kleine Deko-Nähprojekte genutzt, im Privatgebrauch etwa für Kissenhüllen oder einzelne Wohnaccessoires.
Zuschnitt: Der glatte Atlasstoff verrutscht beim Zuschneiden leicht. Feine Stecknadeln oder Gewichte statt grober Nadeln verwenden, mit scharfer Schere oder Rollschneider arbeiten.
Nadel: Feine Universal- oder Microtexnadel NM 70–80 – passend für die dichte, glatte Webware.
Stich: Gerader Stich, da kein Elasthananteil vorhanden ist. Schnittkanten mit Zickzackstich oder Overlock versäubern, da Satin durch die Atlasbindung zum Ausfransen neigt.
Nähgarn: Polyester-Nähgarn passt sich farblich und in der Reißfestigkeit gut an den Polyestersatin an.
Bügeln: Laut Pflegekennzeichnung mittlere Temperatur (Stufe 2). Von der Rückseite bügeln, um Glanzverlust auf der Vorderseite zu vermeiden.
Wäsche: 40 °C Schonwaschgang, nicht bleichen, Trockner bei niedriger Temperatur.
Wird ein Reißverschluss eingearbeitet, etwa bei Röcken oder Kleidern aus diesem Satin, hilft die Anleitung Reißverschluss einnähen. Eine Übersicht passender Modelle bietet Reißverschlüsse nach Verwendungszweck.
Als Borte oder Kantenabschluss eignen sich Satinbänder im gleichen Glanzcharakter. Für Jacken oder Mäntel mit diesem Stoff als Futter passen Schulterpolster. Soll der Satin stabilisiert oder appliziert werden, hilft eine Einlage aus der Vlieseline-Reihe – eine Übersicht nach Einsatzgebiet bietet Einlage Vlieseline nach Anwendungsgebieten.
Was ist der Unterschied zwischen Satin und Atlas?
Satin und Atlas bezeichnen dieselbe Bindungsart – im Deutschen ist Atlasbindung der fachsprachliche Begriff für die Webart, Satin der gebräuchliche Name für den fertigen Stoff. Dieser Artikel ist ein Satin aus 100 % Polyester mit 150 cm Breite und ca. 117 g/m².
Welche Nadel braucht man für Satin aus Polyester?
Für diesen Polyestersatin eignet sich eine feine Universal- oder Microtexnadel in Stärke NM 70–80. Die feine Spitze verhindert, dass die glatte, dicht gewebte Oberfläche beschädigt wird.
Kann man diesen Satin bei 40 Grad waschen?
Ja, laut Pflegekennzeichnung ist ein Schonwaschgang bei 40 °C vorgesehen, dazu nicht bleichen und Trommeltrocknen bei niedriger Temperatur.
Eignet sich dieser Satin auch als Futterstoff?
Ja, mit ca. 117 g/m² ist der Stoff leicht genug für ein Innenfutter und ist im Shop entsprechend unter Futterstoffe eingeordnet. Er lässt sich für Jacken, Mäntel oder Kostüme als Futterlage verarbeiten.
Läuft Polyester-Satin beim Waschen ein?
Polyester ist formstabil und läuft im Vergleich zu Naturfasern wie Baumwolle oder Seide kaum ein. Eine Nähprobe an einem Reststück vor dem Zuschnitt wird trotzdem empfohlen, um Stichbild und Nadelwahl zu prüfen.


