Diese Gewebefixiereinlage in 60 cm Breite enthält dieselbe Qualität wie die 90-cm-Variante – 65 % Viskose, 35 % Polyester, 65 g/m² – ist aber auf die typische Breite von Vorderteilen und Revers bei Sakkos, Blazern und Mänteln abgestimmt. Wer für diese Schnittteile eine volle 90-cm-Bahn kauft, verschneidet einen erheblichen Teil des Materials. Die 60-cm-Breite reduziert diesen Verschnitt deutlich und ist daher besonders für Einzelprojekte und kleinere Auflagen sinnvoll. Material und Verarbeitungseigenschaften sind identisch mit der breiteren Ausführung.
Vorderteile von Sakkos und Mänteln sowie Revers sind selten breiter als 50–55 cm. Bei Verwendung der 90-cm-Bahn entsteht auf jeder Seite ein Streifen Verschnitt, der sich nicht weiterverwenden lässt. Die 60-cm-Bahn passt auf die meisten dieser Schnittteile nahezu abfallfrei. Wer hingegen großflächige Teile wie komplette Mantelrücken oder breite Jacquardvorderteile einlegen möchte, ist mit der 90-cm-Variante besser bedient.
Die Einlage stabilisiert Vorderteile von Sakkos und Blazern gegen Ausbrechen und Verziehen des Revers. An Mantelkanten und Kostümvorderteilen verhindert sie die Verformung durch das Eigengewicht des Kleidungsstücks. Für Wollstoffe, Trachtenstoffe und Kammgarngewebe ist der hohe Viskoseanteil vorteilhaft, da er mit Naturfasergeweben verträglicher ist als ein reiner Polyesterträger. Auch für Strickware, die zu Jacken und Kostümen verarbeitet wird, eignet sich die Einlage zur Stabilisierung der Vorderteile.
Zuschnitt: In Längsrichtung und fadengerecht zuschneiden, dem Fadenlauf des Oberstoffs folgend. Gewebeeinlagen immer mit dem Stoff ausrichten – schräger Zuschnitt nur, wenn der Schnitt es ausdrücklich vorsieht.
Aufbügeln: Beschichtete Seite nach unten auf die linke Seite des Oberstoffs legen, feuchtes Tuch auflegen. Bügeleisen auf Stufe 3 (ca. 130 °C, mit Dampf) stellen, jede Stelle 7–8 Sekunden schrittweise fest aufdrücken – nicht schieben.
Abkühlzeit: Fixierte Teile mindestens 20–30 Minuten flach liegend auskühlen lassen, bevor weiterverarbeitet wird.
Farbe: Creme für helle bis mitteltonige Stoffe, Schwarz für dunkle Oberstoffe. Bei Grautönen ein Probestück anfertigen, da Cremeweiß unter feinen Stoffen sichtbar sein kann.
Zur Sicherung der Nahtbereiche an Revers und Vorderkanten empfiehlt sich ergänzend Nahtband. Als Futterstoff für die fertige Jacke oder den Mantel steht das Sortiment der Futterstoffe bereit. Passende Knöpfe für Sakkos und Mäntel sowie Sakkotaschen und Hosentaschen ergänzen das Projekt. Für leichtere Blusenstoffe und Kleidergewebe ist die Batist-Gewebeeinlage G710 die richtige Wahl. Eine Übersicht aller Einlagen nach Anwendungsgebiet bietet die Seite Einlage nach Anwendungsgebieten.
Was ist der Unterschied zwischen der 60-cm- und der 90-cm-Variante?
Material, Zusammensetzung und Verarbeitung sind identisch – der einzige Unterschied ist die Breite. Die 60-cm-Bahn ist auf die typische Breite von Sakko- und Mantelvorderteilen abgestimmt und erzeugt weniger Verschnitt als eine 90-cm-Bahn, wenn die Schnittteile keine volle Breite benötigen. Wer großflächige Teile einlegen will, greift zur 90-cm-Variante.
Reicht 60 cm für ein vollständiges Sakkovorderteil?
In den meisten Fällen ja. Sakkovorderteile und Revers sind bei Damen- und Herrensakkos selten breiter als 55 cm. Bei XXL-Schnitten oder sehr weit geschnittenen Mänteln empfiehlt es sich, das Schnittteil vorher auszumessen und mit der Einlagenbreite zu vergleichen.
Kann ich die Einlage auch für Kostüme aus Jackenstoff verwenden?
Ja. Die Einlage ist ausdrücklich für Kostüme aus mittelschweren bis schweren Stoffen vorgesehen – Kammgarn, Wollgewebe und ähnliche Jackenqualitäten. Der Viskoseanteil sorgt dafür, dass das Tragegefühl natürlich bleibt und kein hartes, synthetisches Vorderteil entsteht.
Muss ich bei der Verarbeitung von Wollstoffen ein feuchtes Bügeltuch verwenden?
Ja – sowohl zum Schutz des Wollstoffs als auch zur gleichmäßigen Aktivierung der Haftmasse. Bügeleisen Stufe 3 mit Dampf, feuchtes Tuch auflegen, 7–8 Sekunden pro Stelle aufdrücken. Anschließend 20–30 Minuten flach liegend auskühlen lassen, bevor das Teil weiterverarbeitet wird.
Ist die Einlage auch für Strickjacken geeignet?
Ja, die Einlage eignet sich für gestrickte Jacken- und Kostümvorderteile. Die Einlage nur auf den Vorderteilbereichen aufbügeln – nicht flächig auf elastische Partien, da dies die Dehnbarkeit des Stricks dauerhaft einschränkt.