Aufbügelbare und nähbare Vliesbänder für Schneiderei und Konfektion: fadenverstärkte Kantenbänder 7–50 mm zur Stabilisierung von Revers und Kanten, Nahtbänder 10–25 mm für Schulter- und Halsnähte sowie Viledon U30 in 5 Breiten als Saumband ohne Nähen.
Vliesbänder sind schmale Streifen aus Vlieseinlagematerial – aufbügelbar oder einzunähend – die gezielt an einzelnen Stellen eines Kleidungsstücks eingesetzt werden, um Nähte zu stabilisieren, Kanten formzuhalten oder Säume ohne Nähmaschine zu fixieren. Sie ersetzen dort eine breitflächige Bügeleinlage, wo nur eine schmale, linienhafte Verstärkung benötigt wird. Im Sortiment stehen vier funktional verschiedene Gruppen: fadenverstärkte Kantenbänder für Stabilisierung, Nahtbänder für Nahtverstärkung, Saumbänder und Viledon für nahtlose Saumfixierung sowie Spezialbänder für Ärmel und Bünde.
Die fadenverstärkten Kantenbänder stabilisieren Revers, Tascheneingriffe, Armausschnitte, Knopfleisten und alle Schnittkanten, die formstabil bleiben müssen. Die eingearbeiteten Längsfäden verhindern, dass sich das Band beim Aufbügeln verzieht und geben der Kante dauerhaften Halt. Lieferbar in den Breiten 7 mm (50m), 10 mm, 15 mm, 20 mm, 25 mm, 30 mm, 35 mm, 40 mm, 45 mm und 50 mm – je auf 100m Rollen.
Nahtbänder werden direkt auf stark beanspruchte Nähte aufgebügelt und verhindern, dass sich die Naht dehnt oder ausleiert. Typische Einsatzstellen: Schulternaht, Halsausschnitt, Armausschnitt, Paspelknopflöcher, Tascheneingriffe. Lieferbar als Nahtband 10 mm (50m, Grafit), 15 mm (50m und 100m) und 25 mm.
Viledon U30 und die Saumbänder sind beidseitig haftende Klebbänder, die einen Saum ohne Nähmaschine fixieren: Band in den umgeklappten Saum einlegen, aufbügeln, fertig. Viledon U30 ist in den Breiten 10 mm (50m), 20 mm (100m), 25 mm (50m), 30 mm (100m) und 40 mm (50m) erhältlich. Das beidseitig haftende Saumband (10–40 mm, 5m Rollen) ist die kleinere Aufmachung für gelegentlichen Bedarf. Das elastische Saumband Gitternetz (20 mm, 50m) dehnt sich mit dem Stoff mit – für Säume an Jerseystoffen und Stretchmaterialien.
Für Hosenbünde, Ärmelabschlüsse und breite Formteile stehen größere Breiten zur Verfügung: das Vliesband 55 mm extra fest (200m, Grafit), das Vliesband 65 mm weich (200m, Weiß) und das Vliesband 75 mm (200m, Grafit). Das Spezialband für die Ärmelverarbeitung 30 mm (50m, Grafit) ist speziell für Ärmelkanten ausgelegt und liefert einen sauber stehenden Saum. Dazu das Ärmel- und Saumband doppelt Vlies (35 und 40 mm, 50m) mit Klebeschicht außen – wird in den Saum eingelegt und mit Blindstich zusammengenäht. Für nähbare (nicht aufbügelbare) Anwendungen stehen das Vliesband 20 mm (nicht aufbügelbar, Weiß) und das Vliesband 45 mm (nicht aufbügelbar, Weiß) zur Verfügung. Das Formband 10 mm (200m) und das Lisierband mit Vlies 10 mm stabilisieren Verstürzkanten – Halsloch, Armloch – besonders bei elastischen und dünnen Oberstoffen und verhindern das Ausdehnen der Naht.
| Anwendung | Empfohlenes Band | Breite |
|---|---|---|
| Revers, Knopfleiste, Tascheneingriff | Kantenband fadenverstärkt | 10–20 mm |
| Schulternaht, Halsausschnitt | Nahtband aufbügelbar | 10–15 mm |
| Saum ohne Nähmaschine fixieren | Viledon U30 / Saumband beidseitig haftend | 10–40 mm |
| Saum an Jerseystoffen | Saumband elastisch Gitternetz | 20 mm |
| Hosenbund, Ärmelabschluss | Vliesband breit / Spezialband Ärmel | 30–75 mm |
| Verstürzkanten (Halsloch, Armloch) | Formband / Lisierband | 10 mm |
Was ist der Unterschied zwischen einem Kantenband und einem Nahtband?
Ein Kantenband wird entlang einer Schnittkante oder Faltkante aufgebügelt – es hält die Kante formstabil und verhindert, dass sie sich ausdehnt oder aufrollt. Es ist fadenverstärkt, damit es beim Aufbügeln nicht verzerrt und eine gerade Linie gibt. Ein Nahtband dagegen wird auf eine bereits fertige oder noch zu nähende Naht aufgebügelt – es stabilisiert die Naht selbst gegen Dehnung unter Belastung. Typische Anwendung für Nahtbänder: Schulternaht einer Jacke, Halsausschnitt-Naht, Armausschnitt bei Kleidern. Typische Anwendung für Kantenbänder: Reverskante, Knopfleiste, Taschenrand. Beide Produkte sind aufbügelbar, aber für verschiedene Stellen im Kleidungsstück gedacht – Kantenbänder arbeiten an der Oberfläche, Nahtbänder an der Verbindungslinie zweier Stoffteile.
Was ist Viledon und wie unterscheidet es sich von normalem Saumband?
Viledon U30 ist ein einseitig aufbügelbares Vliesband mit beidseitiger Klebeschicht – es funktioniert wie ein doppelseitiges Klebeband für Stoff. Man legt es in den umgeklappten Saum, bügelt kurz auf, und der Saum haftet dauerhaft ohne einen einzigen Stich. Die Verbindung ist waschbeständig und hält auch nach wiederholten Wäschen. Das beidseitig haftende Saumband (in 5m Kleinrollen) funktioniert nach demselben Prinzip, ist aber für gelegentlichen Bedarf in kleinerer Aufmachung erhältlich. Der Hauptunterschied zu normalem Saumband: Viledon U30 ist auf 50- und 100-Meter-Rollen erhältlich und damit für Schneidereien wirtschaftlicher. Beide Varianten eignen sich für glatte Baumwoll- und Polyesterstoffe; für dehnbare Materialien wie Jersey ist das elastische Saumband Gitternetz die richtige Wahl, da normale Saumbänder beim Dehnen des Stoffs reißen könnten.
Wie bügele ich ein Vliesband richtig auf – ohne dass es verrutscht?
Die klebrige Seite des Vliesbands zeigt immer zum Stoff. Bei Kantenbändern das Band exakt auf die Faltkante oder Schnittkante positionieren und mit der Fingerkuppe fixieren, bevor das Bügeleisen aufgesetzt wird. Bügeleisen auf mittlere Temperatur ohne Dampf einstellen: Dampf kann die Klebekraft beeinträchtigen. Das Bügeleisen fest andrücken und 8–10 Sekunden halten – nicht schieben, da das Band sonst verrutscht. Anschließend mindestens 15 Minuten abkühlen lassen, bevor weitergenäht wird. Bei sehr feinen Oberstoffen ein Bügeltuch zwischenlegen. Fadenverstärkte Kantenbänder dürfen nicht gedehnt oder schräg aufgebügelt werden – die Längsfäden sorgen dafür, dass das Band gerade bleibt, aber nur wenn es auch gerade positioniert wird.
Wann nehme ich das fadenverstärkte Kantenband, wann das Formband?
Das fadenverstärkte Kantenband ist steifer und gibt einer geraden Kante dauerhaft Form – ideal für gerade ReversÂkanten, Knopfleisten und Taschenränder an Jacken, Sakkos und Mänteln. Das Formband (10 mm) und das Lisierband mit Vlies sind dagegen flexibler und speziell für geschwungene Kanten wie Hals- und Armausschnitte ausgelegt – sie lassen sich um Kurven biegen, ohne Falten zu werfen, und verhindern dabei das Ausdehnen der Naht. Bei elastischen und dünnen Oberstoffen, bei denen ein steifes Kantenband die Beweglichkeit einschränken würde, ist das Formband die richtigere Wahl.
Kann ich Vliesband auch auf Jerseystoffe oder Stretch aufbügeln?
Normale Vliesbänder – Kantenbänder, Nahtbänder, Viledon – sind nicht elastisch und heben bei Jerseystoffen die Dehnbarkeit in dem Bereich auf, wo sie aufgebügelt sind. Das ist bei Schulternähten an Jerseyshirts durchaus erwünscht – die Schulternaht soll sich nicht dehnen. Für Säume an Jerseyröcken oder -kleidern, die beim Anziehen mitdehnen müssen, ist dagegen das elastische Saumband Gitternetz (20 mm) die richtige Wahl: Es bleibt elastisch und reißt nicht beim Dehnen des Stoffs. Alternativ kann für Jerseysäume auch das Vlieseline Stretchfix aus dem Vlieseline-Sortiment eingesetzt werden.
Vliesbänder werden in der Schneiderei zusammen mit Vlieseinlagen und Vlieseline-Bügeleinlagen eingesetzt. Für Nahtbänder an Schulternähten sind Nahtbänder aus der Einlagestoffe-Kategorie eine ergänzende Option. Gewebeeinlagen für elastische Stoffe finden Sie unter Gewebeeinlagen. Für Saumarbeiten ohne Bügeln empfiehlt sich ergänzend das Viledon / Saumfix-Sortiment. Passende Nähmaschinennadeln und Nähgarn für die Weiterverarbeitung runden das Sortiment ab.